Sollte man in die Immobilienvermietung investieren?

In den letzten Jahren sind Kurzzeitvermietungsportale sehr populär geworden. Airbnb, zum Beispiel, hat in vielen Städten für Furore gesorgt, denn der Wohnraum ist an sich knapp und überteuert. Zusätzlich angefeuert wird diese Entwicklung durch die Weitervermietung an Wochenendgäste. Diese Vermietungen sind natürlich lukrativ und für die Gäste oft günstiger als Hotelübernachtungen.

Ebenfalls muss man beachten, wie sich die Volkswirtschaft entwickelt. Geld ist im Moment sehr billig zu haben, dies führt dazu, dass natürlich auch Kredite günstig zu bekommen sind, viele Leute, die es sich unter «normalen» Umständen keine Häuser hätten leisten können, haben durch den Überfluss an Geld die Chancen Immobilien zu erwerben. Dies hat Auswirkungen auf den Mietermarkt, da natürlicherweise dann die Nachfrage nach Mietwohnungen sinkt, wenn viele Leute nach kürzerer Zeit eine Wohnung kaufen können.

Lohnt es sich denn, in eine Immobilie zu investieren, die man nicht bewohnen, sondern lukrativ vermieten möchte?

Insbesondere in deutschen Grossstädten ist das Angebot an Wohnungen sehr knapp und entsprechend einträglich ist es, dort eine Immobilie vermieten zu können. Ich denke hier an München oder Hamburg: Man muss sehr lange warten bis man eine Wohnung findet, bei der man auch tatsächlich den Zuschlag als Mieter bekommt.

In Berglagen ist die Vermietung als Ferienwohnung einträglich, mit den neuen Medien ergeben sich natürlich auch neue Möglichkeiten und man kann den saisonalen Leerstand etwas besser bekämpfen. Lebt man selbst allerdings ein paar Hundert Kilometer weg, ist der Verwaltungsaufwand gross oder man muss sich extern organisieren und jemand für Reinigung und Übergabe beschäftigen.

Gerade in strukturschwächeren Regionen klingt ein Wohnungskauf verlockend, denn die Preise der Wohnungen sind signifikant tiefer als in Metropolgegenden. Doch muss man beachten, dass die Wahl eines solventen Mieters der Schlüssel zum Ganzen ist und ein Mietausfall von einem oder zwei Monaten bereits das ganze Jahr durcheinander bringt. Dennoch ist der Kauf einer Immobilie heutzutage oft die einzige Möglichkeit, grössere Summen vernünftig anzulegen. Andere Anlagen erzielen nicht unbedingt signifikante Gewinne. Deshalb kommt man laut Finanzexperten kaum umhin, sich in irgendeiner Form an Wohnungen, Häusern oder Büroflächen zu beteiligen.

Eine Wohnung insbesondere als Investition zu benutzen, lohnt sich besonders dann, wenn man diese vermietet, da man so nicht auf den Kosten des Objekts «sitzen bleibt». Oftmals reicht nämlich die Miete aus, die Hypothek zurückzubezahlen und oft bleibt sogar noch ein Überschuss, den man zur Finanzierung der Wohnung benutzen kann, in der man lebt. Man sollte darauf achten, dass die Rendite drei Prozent nicht unterschreitet. Auch muss man beachten, dass man natürlich Steuern zahlen muss auf die Mieterträge. Es lohnt sich, vorab einen Steuerberater hinzuzuziehen, um sich darüber zu informieren, wie sich ein Erwerb auf die eigene Situation auswirkt.

Man muss nicht zwingend in eine neue Immobilie investieren: Oftmals hat ein älteres Gebäude eine ähnlich gute Bausubstanz wie ein Neubau. Man sollte sich aber vor dem Kauf genau informieren und sich die Protokolle der Eigentümerversammlungen aushändigen lassen, um zu prüfen, was seitens der Mitmieter bemängelt wurde.

Findet man eine Wohnung in hübscher Lage, in der Menschen gerne wohnen, steht einem erfolgreichen Investment nichts im Wege.