Wie stellt man sicher, dass Mietverträge transparent sind?

Wohnungen zu suchen, ist kein leichtes Unterfangen: Neben einer Unzahl von Konkurrenten, die die Traumwohnung im angesagten Stadtteil strittig machen, hat man oft mit sehr hohen Mieten zu kämpfen und teils gar mit betrügerischen Machenschaften. Hat man all diese Hürden sorgsam umschifft, das neue Zuhause gefunden, das auch bezahlbar ist, steht die letzte Schwierigkeit vor der Tür – der Mietvertrag muss unterschrieben werden.

Für viele Leute ist der einzige Kontakt mit Juristendeutsch bei der Unterzeichnung des Arbeitsvertrages und eines Mietvertrages. Oft findet man Verträge vor, die von Verklausulierungen nur so strotzen und alles andere als leicht zu verstehen sind. Viele Laien geben auf, lesen das Dokument nur halbherzig durch und sind sich schlussendlich gar nicht sicher, ob sie über den Tisch gezogen wurden.

Der Vertrag

Ein Mietvertrag kann zwischen allen Parteien geschlossen werden, welche in der Wohnung leben werden. Dies können zum Beispiel Lebenspartner sein, Eheleute oder auch Studenten, die gemeinsam eine WG begründen. Dies bedeutet grundsätzlich auch, dass eine Vertragsauflösung von allen Parteien unterzeichnet werden muss.

Beim Vertragsgegenstand, der Wohnung, sollte darauf geachtet werden, dass diese detailliert ausgeschrieben wird: Wie viele Zimmer, wie viele Quadratmeter? Gehört ein Keller dazu? Ein Garagenstellplatz?

Befristungen sind in Deutschland nur ausnahmsweise möglich und strikt geregelt, in der Schweiz ist dies anders, da sieht das Gesetz eine Unterscheidung zwischen befristeten und unbefristeten Mietverträgen vor.

Ein häufiger Streitpunkt stellen die verursachten Schäden, respektive die Abnutzung dar: Ein Vermieter darf nicht fordern, dass Wohnungen alle so und so viele Jahre renoviert werden muss, denn ein konkreter Renovationsbedarf muss gegeben sein. Man kann aber Fristen setzen, die «im Allgemeinen» gelten, so, dass man zwar festschreibt, wann unter normalen Umständen renoviert werden muss, aber eben nicht wann genau, sondern so, dass diese Frist angepasst werden kann, wenn beispielsweise ein Zimmer selten benutzt wird. Muss eine Renovation durchgeführt werden, so hat diese in «mittlerer Art und Güte» zu erfolgen, wie dies der Gesetzgeber nennt.

Aus diesen Gründen sollte man unbedingt ein ausführliches Übernahmeprotokoll erstellen.

Nebenkosten

Ein grosser Budgetposten ist bei den meisten Wohnungen sind die Nebenkosten. Vielfältig aufgesplittet ist auch dieser Punkt schwierig zu durchschauen für den ungeübten Laien. Um Wohnungen vergleichbarer zu machen, hat der deutsche Mieterbund einen sogenannten «Betriebskostenspiegel» entwickelt. Dieser ist sehr aufwendig gemacht und hält neben Wasser, Heizung und Strom, eben auch Kosten für den Hausmeister, für die Müllentsorgung, Kabelfernseher und so weiter, bereit. Dies ist ein bedeutender Schritt für Mietende – man hat ein benutzerfreundliches Werkzeug zur Hand, um herauszufinden, ob der Vermieter auch tatsächlich fair ist. Gerade, wenn man in eine andere Gemeinde umzieht oder sogar in ein anderes Bundesland ist man mit den lokalen Kosten nicht vertraut, dies bietet dem Vermieter viel Raum zur Selbstbereicherung.

Aber auch für Vermieter ist der Einsatz dieses Betriebskostenspiegels lohnenswert, denn wer würde nicht gerne Einsparungspotential ausschöpfen?

Und schliesslich kann man Transparenz schaffen, indem man einen unabhängigen Experten hinzuzieht. Diese Person, sei es ein Anwalt, oder ein Berater eines Vereins, der Mietende schützt, kann beurteilen, ob der Vertrag rechtmässig ist und fair gegenüber dem Laien. Denn, was einmal unterschrieben und gesetzlich zulässig ist, kann auch der beste Anwalt der Welt nicht ungeschehen machen.