Wie verhindere ich Mietbetrug?

Mit dem steigenden Bedarf an vor allem bezahlbaren Wohnraum, nimmt die Zahl der Betrüger auch zu. Besonders die grossen Städte Deutschlands weisen eine hohe Penetration an Betrugsangeboten aus. Diese gilt es als Inserent zu erkennen.

Durch das Internet werden heute viele Wohnungen an den Mann oder die Frau gebracht. Viele Portale scheren sich um die Gunst der Mieter und Vermieter. Die meisten haben eine Warnfunktion, um die Besucher auf die steigende Anzahl seltsamer Angebote aufmerksam zu machen und die Leute zur Wachsamkeit aufzurufen.

Eine Wohnung nahe des Jungfernsteigs in Hamburg, 35 Quadratmeter für nur 365 Euro warm? Genau so ködern Betrüger gutgläubige Menschen. Denn natürlich gab es in Tat und Wahrheit kein solches Angebot. Wenn man sich auf solche Inserate meldet, ändert die Kontaktperson plötzlich den Namen und aus Heinrich Meyer wird Van Meillen. Die Antwort auf das Interesse erfolgt dann oft in gebrochenem Deutsch und aus verschiedenen, doch meist plausiblen Gründen ist der Eigentümer nicht vor Ort und kann die Wohnung nicht gemeinsam mit dem Interessenten besichtigen. Oftmals wird dann nach einem Depot gefragt, dass via WesternUnion oder einer prepaid Kreditkarten irgendwo ins Ausland geschickt werden soll und dass der Eigentümer der Person vertraue und gerne einen Vertrag Und dieses Geld ist nahezu in allen Fällen für immer verschwunden.

Treffen tut dieses Vorgehen nicht ausschliesslich Grossstädte, auch Studentenstädte sind häufig betroffen. Hier haben die Betrüger oft leichtes Spiel, denn zum einen sind Studenten oft relativ budgetgebunden und je näher der Studienbeginn kommt, desto grösser ist die Not. Und zudem: Wer würde im familiären Umfeld einer Börse für WG-Zimmer Böses ahnen?

Wie kann man sich also gegen einen solchen Betrug schützen? Man sollte auf jeden Fall verschiedene Mietangebote einer Nachbarschaft vergleichen, denn wenn eine ähnlich grosse Wohnung viel weniger kostet, obwohl sie einen vergleichbaren Ausbaustandard hat, spricht dies dafür, dass hier nicht alles mit rechten Dingen zu und her geht. Ebenfalls sollte alle Alarmglocken läuten, wenn ein Inserent Vorauskasse fordert, ohne dass die Wohnung besichtigt werden kann.

Hat man einmal die Hürden der Wohnungsinserate genommen, steht man vor einer weiteren potentiellen Gefahrenquelle: Den Verträgen. Viele Vermieter benutzen verklausulierte Sätze, die ein Laie vielleicht nicht genau liest. Oftmals werden dann lange Mietfristen eingetragen, die im Prinzip im Widerspruch zum Gesetz stehen, durch die Annahme bei Vertragsunterschrift aber trotzdem rechtmässig sind, da die Vertragsparteien zugestimmt haben. So ist es durchaus zulässig, die gesetzliche Kündigungsfrist von drei Monaten zu verändern und beispielsweise die Frist auf drei Monate ab Ende des Quartals auszudehnen.

Und selbstverständlich sollte man eine ausführliche Mängelprüfung mit dem Vermieter vornehmen und alle möglichen Streitpunkte niederschreiben. So spart man sich bei einem Auszug sehr viele Probleme.

Auch sollte man sich über die Rechte und Pflichten informieren, denn ziemlich vieles ist geregelt und man sollte sich mit dem Vermieter gut stellen, denn wie immer: Kommunikation ist alles.

Schliesslich hat aber auch der Vermieter einige Risiken, welche man beachten sollte: Nicht jeder Mieter ist solvent und kann tatsächlich die Miete problemlos stemmen. So ist es mittlerweile gang und gäbe eine Bonitätsprüfung zu Rate zu ziehen, bevor man sich für einen Mieter entscheidet.